Ein Jahr nach meiner Ankunft

Zum Jahrestag ein Gruss um die Welt!

Spanischer Flamencostar, trifft Argentinischen Rockstar, trifft Argentinischen Tangostar. Eine Testosteronspritze sozusagen.

Diego Cigala- Andrés Calamaro- Juanjo Domínguez

“Ich habe so viele Brüder, dass ich sie nicht zählen kann
Im Tal, in den Bergen, in der Steppe und am Meer
Jeder mit seiner Arbeit, jeder mit seinem eigenen Traum
Mit der Hoffnung vor sich, mit den Erinnerungen hinter sich

Menschen mit warmen Händen, um der Freundschaft Willen
Mit einem Weinen, dass geweint werden will
Mit einem Gebet, dass gebetet sein will
Mit einem offenen Horizont, der immer weiter weg ist
und mit der Kraft ihn zu suchen, durch Insistieren und mit gutem Willen.
Wenn er am nächsten scheint, ist er am weitesten weg.

Und so gehen wir weiter, abgehärtet vor Einsamkeit
Wir verlieren uns in der Welt und werden uns wieder finden.
So erkennen wir uns, aus der Distanz betrachet
Duch die Coplas (trad. Gesang), die wir durchkauen
-Samen der Unermesslichkeit-
Und mit uns unsere Toten, damit niemand zurückbleibt.

Ich hab so viel Brüder, dass ich sie nicht zählen kann
Und eine wunderschöne Verlobte, die „Freiheit“ heisst.”

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of voyages
great or small
we wait for the ones who return
whose arrival we feel with sadness
of a journey completed

and then we smell on their garments
their journeying
the suns rising and the desert rain
misted rivers
the shadow of live

an intimate gladness

von reisen
grossen und kleinen
erwarten wir die rückkehr derer
deren ankunft wir mit der traurigkeit
einer vollendeten wegstrecke spüren

und dann riechen wir an ihren kleidern
ihr reisen
den aufgang der sonne und
die dampfenden flüsse des wüstenregens
die schattenseite des lebens

eine freude über vertrautheit

lance henson

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El puente y la mujer

Mein letzter Tag in Buenos Aires. Ich und die Frauenbrücke.

Vielleicht bau ich auch mal so eine Brücke. Von da aus, wo ich gerade bin. Bis hin zur anderen Seite der Welt. Da wo all die anderen sind. Von einer geordneten, privilegierten Welt in eine chaotische Welt, wo Erfindergeist die Menschen jeden Tag weiterbringt. Wo sie „Hüften“ haben, um sich durchzuschlängeln, wie sie sagen. Und von wo sie zurückschauen auf unsere Welt und beäugen, wie wir uns wohl aus der Krise schlängeln. Wie soll das gehen? Wir haben zwar die Köpfe, aber sie die Hüften.

„Das hier ist nicht die Schweiz“, heisst es ab und zu, wenn bei ihnen etwas nicht zu haben ist. Sie träumen sich auf diese europäische Seite, wo scheinbar Ruhe, Sauberkeit und Gewaltlosigkeit den Alltag zum Ritt durchs Paradies werden lassen.

So eine Brücke wäre es, wo man zwischen den Welten hin und her spazieren könnte, um voneinander abzuschauen.

Die Grundsteine sind ja eigentlich schon gelegt und ich hab viel Helfer gefunden: Rosa, Gumi, Camila, Hernán, Anita, Luciana, Gabriel, Norma, Irina, Matías, Diego, Verónica, Roberto, Graziela, Mónica, Sara, Pablo, Regula, Sebastián, Valeria, Seba und ganz viele mehr.

Damit könnte es klappen.

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Fortsetzung von “Es war einmal”…

Patagonien ist uns zwar verwehrt geblieben, doch ein bisschen südwärts hat es uns doch noch gezogen. Nach Mar del Plata. Und so haben wir einen weiteren Eindruck von der Vielfältigkeit Argentiniens bekommen.

Und sogar doch noch ein Meerestier angetroffen. Sebastian.

Lustigerweise heisst er genau gleich wie der Reiseagent in Buenos Aires. Der uns vor vier Tagen den Flug nach Puerto Madryn verkauft hatte, obwohl ich ausdrücklich und mehrmals nach der Vulkanasche gefragt hatte. „Quédate tranquila, no hay problemas en esta zona – Bleib ruhig, in dieser Zone gibt’s kein Problem.“

Nachdem wir dann am Montag statt in Puerto Madryn zu sein bei ihm im Büro auftauchten, meinte er, wir hätten halt zwei Tage später noch fliegen sollen,  er hätte uns dann schon zur Not einen Bus nach Buenos Aires (20 Stunden Fahrt!) organisiert, falls wir keinen Rückflug gehabt hätten. Quédate tranquila, bis Freitag hättet ihr es schon auf den Flughafen Buenos Aires geschafft, um von dort gleich in die Schweiz loszufliegen.

Jetzt kann er halt auch nichts mehr machen, höhere Gewalt. Anstatt sich von seinem Stuhl zu rollen schickte er uns gleich direkt zur argentinischen Fluggesellschaft, um da so richtig „ruido – Lärm“ zu machen. Das hab ich zwar getan, mit Tränen gemischt, aber erfolglos. Zum ersten Mal hätte ich gerne einen Porteño an meiner Seite gehabt, der die ganzen Agenten mal so richtig zusammengefaltet hätte.

Zurück in der Agentur meinte das Walross auf dem Stuhl, jetzt sähe ich richtig wütend aus, man sehe sogar meine Halsschlagader.

Geld ist zwar immer noch keins in Sicht. Aber quédate tranquila, er habe ja einen guten Kontakt zum Hotelmanager in Puerto Madryn, also eine von drei Nächten wird er uns schon zurückerstatten.

Zum Glück sind alle anderen Sebastians auf einer einsamen Insel irgendwo im Atlantik.

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Es war einmal…

Das ist José.

José ist ein Pinguin in Argentinien. Und er ist allein.

Und das ist Annette. Annette ist aus einem ganz fernen Land nach Argentinien gereist um José zu treffen.

Da gabs aber noch den bösen Vulkan  Felipe in Chile, der wollte nicht, dass sich Annette und José treffen und schickte genau an dem Tag, an dem Annette zu ihrem Pinguin wollte, die Aschenwolke Florencia an den Flughafen, damit die Flugzeuge nichts sahen und nicht fliegen konnten.

No Happy End.

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Tren a las nubes – Ein Traum in den Wolken

(Gastkommentar von Urs Klingenfuss)

Der Traum, die Anden von Argentinien aus auf dem Schienenweg zu überwinden, um den Stillen Ozean zu erreichen, ist über 100 Jahre alt. Um die Machbarkeit des Vorhabens aufzuzeigen, machte sich im Jahre 1921 eine verwegene Gruppe mit drei Ford T und einem Lieferwagen auf  den seit Jahrhunderten von Lamatreibern vorgezeichneten “Weg”. Aber es sollte weitere 27 mühevolle Jahre dauern, um das Meisterwerk zu vollenden. Von Anfang an hatte der technische Ehrgeiz des verantwortlichen Ingenieurs darin bestanden, die rund 3200 Meter Höhenunterschied zwischen der Stadt Salta und der Puna-Ebene ohne Zahnradantrieb zu bewältigen. Als die Gleisspitze 1948 die chilenische Grenze in den Anden erreichte, wies die Strecke 1328 Kurven, 44 Brücken und Viadukte sowie 21 Tunnel auf.

Viele Jahrzehnte brachten die mit den Schätzen der Puna-Salare (Borax und Lithium) beladenen Frachtzüge ihre Ladungen nach Campo Quijano/Salta hinunter. Heute führt der nur noch touristisch genutzte “Tren a las nubes” (“Zug in die Wolken”) seine Fahrgäste aus aller Welt von Salta über die rund 220 km lange Bergstrecke zum auf 4187 m ü. M. gelegenen Viaducto La Polvorilla hinauf. Nicht einfach nur eine Zugfahrt durch eine atemberaubende Bergwelt, sondern ein grosses Ereignis für die Mitreisenden sowie die Bewohner an der Strecke …

Bei Sonnenaufgang schlängelt sich der gelb-orange Tren durch die Vororte von Salta Richtung Campo Quijano, wo bereits die ersten Zaungäste den Tren vor einer Dampflok aus vergangenen Tagen erwarten:

Der Tren verlässt die Zivilisation und beginnt seinen Aufstieg in die Puna, wo die ersten bahntechnischen Bauwerke und Besonderheiten befahren werden:

Erstes von zwei sogennanten Zig-Zag (im Zick-Zack wird auf wenigen Kilometern fast 60 Höhenmeter überwunden).

Vom Tren wenig beeindruckte Wegelagerer …

Über weite Strecken verläuft die Bahnstrecke entlang der Transanden-Route RN51, ständige Begleiter sind die beiden Securidad-Fahrzeuge, welche die Bahnübergänge sichern (denn Barrieren gibt es hier keine):

3000 m über Meer sind erreicht, Zeit für eine Stärkung (Mate von unseren argentinischen Reisegefährten oder eine Kleinigkeit im Barwagen):

Und weiter geht die Reise Richtung unseres Tagesziels durch eine immer phantastischere Bergwelt:

San Antonio de los Cobres, 3775 m ü. M., 4300 Einwohner, und die Ankunft des Zuges scheint ein grosses Ereignis zu sein (kein Wunder, locken doch die Geschäfte mit den Zugreisenden):

Wer nichts zu verkaufen hatte, wie zum Beispiel die Kinder, sagte Coplas (eine traditionelle Gedichtform) auf, um so einige Pseos zu erhalten.

Wer nichts zu verkaufen hatte, wie zum Beispiel die Kinder, sagte Coplas (eine traditionelle Gedichtform) auf, um so einige Pesos zu verdienen.

Das Tagesziel ist erreicht, der Viaducto La Polvorilla, 63 m hoch und 224 m lang, 1600 t Stahlkonstruktion, 4187 m ü. M. – im Wagon wird getanzt, draussen laufen die Geschäfte auf Hochtouren und die Kameras heiss:

Und wer noch nicht genug hatte, konnte sich das Ganze auf dem Rückweg in umgekehrter Reihenfolge nochmals zu Gemüte führen (bis in die Nacht hinein):

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Vuelvo al norte

Nach zwölf Tagen Norden zurück in Buenos Aires und der Versuch, knapp zwei Wochen und 600 Fotos auf einen Nenner zu bringen. Geht nicht wirklich, so vielfältig und unterschiedlich jede Provinz und ihre Orte und Menschen sind. Habe mir zwei Fotos nur erlaubt pro Ort.

Salta – Lebendige Gassen und Plätze, umtriebige, liebenswürdige Menschen, schweizer Gondelbahn aus Olten.

Cafayate – enorme Umgebung, Anden, Höhe und Weiten, Wein, Ruhe, Einfachheit.

Purmamarca- stehengebliebene Zeit, verlorene Gässchen, farbige Berge (cerro de sietes colores), zurückhaltende Menschen.

Tilacara- schöne Fusswege, Ruine einer Indianerfestung mit atemberaubender Aussicht. Dunkle Gassen, verlassener Bushof.

Humahuaca – Gegensätze. Imposantes Monument und eine Ladung Touristen täglich.


Susques – Niemandsland auf 4000 m ü.M.


Tucumán  – umtriebige Geschäftsstadt, schöne Fussgängerzone, Taxis.

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Frühlingsanfang

Uepa! Endlich Frühlingsanfang.

Ich könnte alle und alles umarmen.

Autsch.

In Argentinien ist auch der Frühlingsanfang wieder mal ein Grund mehr, zu feiern. Wie heute in Tucumán!

Da kann auch der Concierge im Hotel meine Stimmung nicht trüben, als ich ihn anquatschte (so wie ich es eben hier gelernt habe, immer alle anquatschen) und meinte, wie schön, dass der Frühling endlich da sei. Er fragte nur trocken, aber ich wisse schon, dass in Europa heute der Herbst begonnen habe….

Tja. Kleines Trostfilmchen:

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.

Es ist hier auch kein Problem, alles gleichermassen zu beschwören, zuerst die Heilige Jungfrau Maria, danach kommen die Waldgeister, Feen und zuletzt die eigene Fantasie.

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amistad

Freundschaft ist, gemeinsam in die selbe Richtung zu blicken.

Noch schöner ist es, ein Schwätzchen zu halten.

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salinas grandes

Was ist das?

Hinweis Nummer 1:

Nein?

Na dann hier Hinweis Nummer 2:

Richtig!

Ein Salzsee!

In den Anden auf 3450 m ü. M., 820 km2 gross, 5 – 10 Millionen Jahre alt.

Das Salz wird verkauft oder zu Kunstwerken verarbeitet. Ein Verkaufsstand sieht dann dementsprechend aus:

Ein Glück, dass der Parkplatz so gut beschriftet ist, sonst gäbs ein Riesenchaos!

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